Burschenvortrag zum Thema Pulverlacke

Unser BB Kiste präsentierte seinen Burschenvortrag zum Thema Pulverlacke via Onlineplattform Webex. Fast die komplette Aktivitas und auch zahlreiche AHAH loggten sich ein, um den Vortrag zu hören. Bevor das eigentliche Thema Pulverlacke erörtert wurde, gab es eine Zusammenfassung über die Grundlagen der Lacke, deren Hauptaufgabe im Schutz, der Dekoration oder der Funktion, wie zum Beispiel elektrisch Leitfähige Lacke liegen. Ein Lack setzt sich meist wie folgt zusammen:

  • 5-20% Pigmente, die zur UV-Beständigkeit und hauptsächlich farbgebend eingesetzt werden.
  • 5-20% Füllstoffe zum Einstellen von Glanz und Härte und auch um den Lack wirtschaftlicher zu machen, da sie als Teilersatz für Pigmente dienen und wesentlich günstiger sind.
  • 30-40% Bindemittel, das sind meistens Polymere oder Polymerkombinationen, die als 1-K oder 2-K Systeme angeboten werden (K für Komponente). Das meist farblose Bindemittel dient als Matrix, in welche die Pigmente und Füllstoffe eingebunden werden. Diese Harze sind wichtig für die Haftfähigkeit auf dem Untergrund und beeinflussen Eigenschaften wie Glanz und Härte. Das Bindemittel reagiert bei der Filmbildung unterschiedlich. Beispiele sind: Chemische Härtung, Physikalische Trocknung, UV-Härtung.
  • 10-30% Lösemittel. Es ist im Gegensatz zu den anderen Bestandteilen kein fester Bestandteil der fertigen Lackschicht sondern verdunstet bei der Trocknung/ Härtung. Mit ihm stellt man erforderliche Eigenschaften wie Viskosität ein, welche wichtig ist beim Applizieren. Organische Lösemittel werden vermehrt durch Wasser ersetzt, wobei selbst bei wässrigen Lacken organische LM als Colösemittel eingesetzt werden. Seit 2010 gibt es Verordnungen über den VOC (volatile organic compunds) da diese organischen Bestandteile bodennahen Ozon fördern und auch explosions- und brandgefährlich sind.
  • 1-3% Additive dienen zur Optimierung des Lackes oder auch um etwaige Fehler in der Verträglichkeit auszumerzen. Beispiele sind: Netzmittel, Dispergier Hilfsmittel, Antioxidantien oder Entschäumer uvm.

Bei der Lackherstellung müssen die Pigmente und Füllstoffe gleichmäßig in das Bindemittelsystem eingebracht werden. Deshalb wird der Lack in Perlmühlen oder ähnlichem dispergiert. Hierbei werden auch die Pigmentagglomerate zerkleinert, was zu einer besseren Farbstärke führt.
Bei Pulverlacken dient die Vormischung zur Einstellung des Farbtons. Eine intensive Vermischung der Rohstoffe ist für die Dispergierung der Pigmente wichtig.
Die Extrudierung erfolgt in Einwellen- oder Zweiwellenextrudern die für eine optimale Dispergierung der Rohstoffe, kurze Verweilzeit, hoher Durchsatz und einer präzisen Temperaturkontrolle sorgen.
Im Anschluss wird das Extrudat gekühlt und in Flakes gebrochen. Anschließend wird eine Feinmühle benutzt um den Pulverlack in seine finale Form zu bringen. Mit dem dry blend Verfahren kann man zu dem Lack noch Effektpigmente wie Metallicpigmente einbringen.
Die großen Vorteile der Pulverlackverwendung ist der Umweltschutz da komplett auf Lösemittel verzichtet werden und die Wirtschaftlichkeit da der Overspray nahezu komplett wiederverwendet wird und so eine Effektive Ausbeute von 98-99% erreicht werden kann. Pulverlackanlagen sind zudem in den Instandhaltungskosten niedriger, weil die Filter langlebiger sind und leichter gereinigt werden können und die Energie zum Verdampfen des Lösemittels komplett entfällt.
Was die Zukunft in diesem Bereich bringt ist spannend, da immer mehr Industriebereiche auf Pulverlacke umsteigen und in diesem Gebiet enormer Forschungsaufwand betrieben wird.

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