Mini-Fuxenstunde

Bursche
Burschen sind die aktiven Vollmitglieder einer Studentenverbindung. Sie haben volles Stimmrecht in Aktiven- und Burschenconventen. Außerdem haben sie aktives und passives Wahlrecht um die Chargenämter (siehe Charge). Der Begriff Bursche lässt vermuten, dass es sich nur um die männlichen Mitglieder einer Verbindung handelt. Jedoch ist dies ein allgemeiner Begriff, der ebenso für die weiblichen Mitglieder verwendet wird.

Charge
Ein Charge ist einer der vier Burschen, welche für ein Semester gewählt werden um ein sogenanntes Chargenamt auszuüben. Die Chargenämter sind:

X (Eins Kreuz od. Senior):
Der X ist der Kopf der Aktivitas. Er organisiert die Convente und leitet diese. Außerdem ist er die Schnittstelle zu dem Altherrenverband (AHV).

XX (Zwei Kreuz):
Der XX ist Stellvertreter und Schriftwart. Er führt die Protokolle zu den Conventen und ist für den Schriftverkehr der Verbindung zuständig.

XXX (Drei Kreuz):
Der XXX ist der Kassen- und Couleurwart unserer Verbindung. Er kümmert sich unter Anderem um Bestellung von Couleurartikeln.

FM (Fuxmajor):
Der FM ist für die Ausbildung der Füxe zuständig. Ihm obliegt es in sogenannten Fuxenstunden seinen Füxen die Traditionen der Verbindung zu erklären und ihm die allgemeinen Verhaltensregeln der Verbindungen beizubringen. Der FM hat die Aufgabe den Gästen als Tutor zur Seite zu stehen um ihnen zu zeigen was es bedeutet sich einer Verbindung anzuschließen.

Convent
Ein Convent ist ein Treffen der Aktivitas um ihre Vorhaben zu besprechen und Entschlüsse zu fassen. Dabei wird in Aktivenconvent (AC), Burschenconvent (BC) und Chargenconvent (CC) unterschieden. Bei einem Burschenconvent werden Themen wie die Aufnahme von Gästen und Verleihung des Burschenstatus an Füxe besprochen. Daher sind nur die Burschen (inaktive und aktive) eines Bundes zu einem BC zugelassen. Alte Herren sind ebenso Burschen und daher ebenfalls zugelassen.
Couleur (frz. Farben) Die Farben einer Verbindung, die als äußeres Zeichen derselben von ihren Mitgliedern getragen werden. Bestandteile sind Band, Zipfel, Bierhut und ggf. Verbandsnadel. In der Regel bedeutet Vollcouleur Anzug und Couleur inkl. Bierhut, Halbcouleur nur Band und Zipfel ohne Anzug.
Im weiteren Sinne ist auch die Couleur des Bundes darunter zu verstehen. Hierzu zählen dann alle Gegenstände, die mit den Farben oder dem Zirkel des Bundes verziert sind (Fahne, Banner, Vollwichs, Couleurkrüge…). “Couleur” taucht aber noch in vielen anderen Begriffen auf, die sich auf das Verbindungs- studententum an sich beziehen.

Farben führen und Farben tragen
Die Farben tragenden Verbindungen unterscheiden sich von den Farben führenden (zeigenden) darin, dass sie zusätzlich zu Banner und Zipfel auch Bänder und Größtenteils auch Bierhüte haben. Es gibt auch sogenannte schwarze Verbindungen welche keine äußeren

Fux
Ein Fux ist ein junges Mitglied einer Verbindung. Die Aufnahme erfolgt vorerst auf Probe und den Füxen ist die Teilnahme an einigen Conventen noch nicht gestattet. Nach erfolgreichem Verlauf der Probezeit und bestandener Fuxenprüfung stimmen die Burschen über die Aufnahme der Füxe in den Burschensalon ab. In einigen Verbindungen hört man oft die Bezeichnungen Spefux, Krassfux und Brandfux. Diese beschreiben verschiedene Stati zwischen der Phase in der jemand sich eine Verbindung anschaut um evtl. einzutreten und der Phase in welcher der Fux seinen Kneipnamen bekommen hat.

Leibbursche /-fux
In der Regel wählt sich ein Fux einen Burschen, mit dem er besonders gut befreundet ist, der ihn dann in Verbindungsangelegenheiten berät. Hieraus entwickeln sich dann ganze “Bierfamilien”.

Pflichtschlagend, Fakultativ schlagend, Nicht-schlagend
Mit dem Wort “schlagend” verbindet man ob die Mitglieder einer Verbindung Mensuren mit scharfer Klinge austragen dürfen (fakultativ schlagend) oder gar Pflichtmensuren in Ihrer Aktivenzeit austragen müssen (Pflichtschlagend). Die Staufia selbst ist Nicht-schlagend, d.h. dass Verbindungsmitglieder an Mensuren nicht teilnehmen dürfen.

Zur allgemeinen Geschichte der Verbindungen
Der Ursprung studentischer Verbindungen lässt sich bis in das späte Mittelalter zurückverfolgen. Studenten lebten damals des Öfteren in Bursen zusammen. Bursen waren Wohngemeinschaften bei denen die Mitbewohner aus einem gemeinsamen Geldbeutel (Burse) lebten. Daher lässt sich auch der heutige Begriff Bursche ableiten.
Zu dieser Zeit war es Aufgrund der Wegelagerer und Räuber einigen Gruppen erlaubt Waffen zu tragen um sich verteidigen zu können. Zu diesen Gruppen gehörten unter Anderen auch Studenten. Daher war es in den damaligen Vereinigungen üblich, dass die Mitglieder das Fechten lernten um sich auf dem Weg zur Universität verteidigen zu können. Die jüngeren Mitglieder genossen den Schutz der Älteren. Diesen Schutz verdienten sie sich mit der Erledigung ihrer Aufgaben als Fux.
Über die Jahrhunderte wandelten und entwickelten sich die Traditionen der Verbindungen. So entwickelten sich auch verschiedene Formen studentischer Vereinigungen wie z. B. Landsmannschaften, Corps, Turner-, Sängerschaften und Weitere. Auch Bräuche wie Initiationsriten wandelten sich oder verschwanden in einigen Verbindungen komplett.
Spätestens seit dem dritten Reich haben studentische Verbindungen allgemein einen eher schlechten Ruf. Was viele Leute nicht wissen ist , dass viele Verbindungen nicht der Gleichschaltung durch die Nazis folgten, sondern ihre Aktivitas zu der Zeit still legten. Eine weitere wenig verbreite Tatsache über Verbindungen ist, dass sie für der Einführung der Demokratie in Deutschland kämpften und dass dadurch auch die heutige deutsche Flagge ihre Farben erhalten hat. Sie sind dieselben wie die der Urburschenschaft zu Jena.
Im letzten Jahrhundert kam es im Zuge der Emanzipation auch dazu, dass immer mehr Verbindungen Frauen aufnahmen.

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